Syrienkonflikt bleibt ohne fatale Folgen – Die Preise sinken

Am Freitag bestimmte die Befürchtung eines Militärschlages gegen Syrien das Marktgeschehen. Dementsprechend hoch waren auch die Preise. Da half auch die Nachricht von sinkenden OECD Rohölbeständen nicht, die eigentlich ein Signal für Preisnachlässe gewesen wären. Der Militärschlag erfolgte in der Nacht auf Samstag, jedoch mit weniger dramatischen Auswirkungen als befürchtet. Die Preise können somit heute etwas von den hohen Niveaus der letzten Tage herunterkommen.

 

Militärschlag in Syrien glimpflich verlaufen

Der unter US amerikanischer Leitung geführte Angriff auf drei syrische Militäreinrichtungen, die als Forschungs-, Produktions- und Lagerstätten für Chemiewaffen gedient haben sollen, blieb wohl ohne Todesopfer. Die Gebäude waren in Erwartung des Angriffs  längst geräumt worden und die Schäden beschränkten sich auf die Infrastruktur.

 

Zwar verurteilte der Kreml den Angriff, die gefürchtete Eskalation zwischen Putin und Trump blieb bisher jedoch aus. Man setzt anscheinend erst mal wieder auf Diplomatie und Dialog. Die Befürchtungen der letzten Tage, es könne zu fatalen militärischen Auseinandersetzungen und massiven Spannungen zwischen Russland und USA kommen, haben sich nicht bestätigt.

 

Somit scheint es, als könne nun endlich etwas Beruhigung einkehren für die Marktteilnehmer und die Preise bewegen sich ein wenig nach unten. Wie es in diesem Konflikt zwischen allen direkt und indirekt beteiligten Parteien weitergeht, wird aber sicher auch in der nächsten Zeit einen erheblichen Einfluss auf die Ölpreise haben.

 

Immer mehr Ölbohranlagen in den USA 

Die Agentur Baker Hughes, eine der führenden Servicegesellschaften für Erdöl, prüft wöchentlich die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen in den Vereinigten Staaten. Mit dem Ausbau der Förderung von Schieferöl steigt hier auch die Zahl der Bohrlöcher stetig an. Diese Woche liegt sie bei 815 Anlagen, 7 mehr als in der Vorwoche, und markiert damit ein neues 3-Jahreshoch.

 

Ein Bohrloch allein ist natürlich noch keine funktionierende Förderstätte. Es kann sechs bis neun Monate dauern, die Infrastruktur für die eigentliche Ölförderung zu erschließen. Dennoch gilt die Anzahl der Bohrlöcher als Indikator für das erwartete Wachstum der US Ölförderung. Eine starke Wachstumsrate spricht tendenziell für eine Überversorgung, die wiederum niedrigere Ölpreise zur Folge hätte.

 

Ausblick

Dank der Abwärtsbewegung am Freitag abend liegen die Preise heute nicht mehr auf ganz so hohem Niveau. Der steigende Euro/Dollar-Kurs wirkt im Inland ebenfalls preissenkend. Für 100 Liter Heizöl kann also heute mit Preisnachlässen von etwa -0,50 Euro gerechnet werden.

Quelle: Futures Services