Trotz hoher US Ölbestände keine Preissenkung in Sicht

Die brenzlige Situation im Nahen Osten bestimmte gestern das Marktgeschehen und sorgte für neue Rekordhochs sowohl bei der europäischen Rohölsorte Brent als auch beim amerikanische Äquivalent WTI. Nur kleine Impulse nach unten lieferte die Veröffentlichung der Ölbestandsdaten des US Energieministeriums. Trotz der gemeldeten Bestandsaufbauten, die sonst eigentlich für sinkenden Preise sorgen würden, schraubten sich die Rohölpreise weiter nach oben. Die Gefahr eines US Militärschlags gegen Syrien und einer daraus resultierenden Eskalation zwischen USA und Russland wird immer realer. Damit bleibt die Marktlage unsicher und die Preise oben.

 

US Ölbestände sind gestiegen

Nachdem schon am Mittwoch das American Petroleum Institute von Bestandsaufbauten bei Rohöl und Benzin berichtet hatte, schloss sich gestern am Nachmittag das US Energieministerium (DOE) dieser Einschätzung an. Vor allem die Zunahme bei Benzin dürfte manche Marktteilnehmer freuen, denn  hier fängt die nachfrageintensivste Zeit gerade erst an. Die US Ölbestände zur letzten Woche:

 

 

Ein solches Zahlenwerk des DOE würde wahrscheinliclh zu jedem anderen Zeitpunkt für deutliche Preissenkungen an der Börse sorgen, da es als Zeichen für Überversorgung interpretiert wird. Im Augenblick kann sich dieses Signal aber nicht durchsetzten. Die geopolitische Lage ist zu angespannt und fragil. Dazu kommt, dass der am Dienstag erschienene Monatsbericht des Energieministeriums auf lange Sicht eher eine Unterversorgung an Rohöl und somit steigende Preise prognostiziert hat.

 

Trump droht Putin…

Die verbale Aufrüstung zwischen den USA und Russland nimmt zu. Donald Trump hat gestern über sein Lieblingskommunikationsmittel Twitter Russland und der Welt seinen Vergeltungsschlag gegen Syrien angekündigt. Russland solle sich bereit machen, denn [die Raketen] würden kommen, schön und neu und „smart“, twitterte der Präsident. Russland ist einer der mächtigsten Verbündeten des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Aus dem Kreml hieß es, man würde sich nicht an dieser „Twitter-Diplomatie“ beteiligen und hoffe auf den gesunden Menschenverstand. Das Säbelrasseln geht also weiter und eine Deeskalation scheint hier erst mal nicht in Sicht.

 

Ausblick

All die Unsicherheitsfaktoren der vergangenen Tage sorgen für hohe Ölpreise und somit auch für deutliche Aufschläge im Inland. Wer heute Heizöl kaufen will, muss mit Aufschlägen von bis zu +1,00 Euro pro Hundert Liter rechnen.

Quelle: Futures Services