US Schieferölproduktion legt weiter zu – Preise könnten unter Druck kommen

Zum Wochenauftakt bleiben die Ölpreise wenig verändert, wenngleich die Tendenz etwas fester war. Im späten Handel gestern Abend verloren die Börsen gehandelten Rohölpreise allerdings bereits an Boden, sodass sich für heute auch bei Heizöl nun kleinere Preisnachlässe andeuten. Hintergrund ist das Potenzial der US Schieferölindustrie deren Produktion laut US Energieministerium weiterhin stark wächst.

 

US Unternehmen fördern immer mehr Öl

Dass die USA mit der Schieferölindustrie in der Lage ist den Weltmarkt durcheinander zu wirbeln, ist seit dem Ölpreiseinbruch 2014/15 bekannt. 2016 und 2017 hatte sich der Ölboom wieder relativiert, wobei sich für dieses Jahr ein erneuter Schub andeutet. Die US Schieferölindustrie fördert im März laut US Energieministerium mit etwa 6,82 Mio. Barrel (159 Liter) pro Tag so viel Rohöl wie noch nie. Im April soll dann noch einmal nachgelegt werden und die Förderung auf 6,95 Mio. Barrel pro Tag steigen.

 

Der schnelle Ausbau der Schieferölindustrie ist für das Energieministerium der entscheidende Faktor, mit dem die USA bis Ende des laufenden Jahres zum größten Rohölproduzenten der Welt aufsteigen wird. Experten gehen davon aus, dass dies die OPEC weiter unter Druck setzen und die Preissteigerungen auf absehbare Zeit begrenzen wird. Parallel zur Ölförderung nimmt auch die Anzahl der Ölquellen weiter zu. Aktuell sind 7.601 Ölquellen angebohrt, an denen allerdings nicht gefördert wird. Dies ist nicht nur ein Anstieg von 110 zum Vormonat, sondern auch ein absolutes Rekordniveau.

 

Diese nicht erschlossenen Ölquellen sind in ihrer Bedeutung besonders interessant. Auch wenn diese zwar nicht zur aktuellen Ölförderung beitragen, so können Unternehmen schnell auf diese zurückgreifen, um ihre Förderung anzuheben, sollten die Ölpreise steigen. Über das aktuell rasante Förderwachstum hinaus, haben die US Ölförderer also durchaus noch enormes ungenutztes Potenzial in der Hinterhand.

 

US Ölbestände offenbar gestiegen

Neben der Ölförderung bzw. dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage sind die Ölbestände ein weiterer wichtiger Faktor am Markt. Eine Sonderstellung bei der Bestandsbeurteilung hat das größte US Lager in Cushing, Oklahoma. Hier haben sich die Vorräte seit November letzten Jahres halbiert. Man wartet schon seit längerem auf eine Trendwende bei den Bestandsdaten, die sich nun offenbar abzeichnet. Zumindest gibt das US Unternehmen Genscape an, dass die Vorräte in Cushing nun erstmals wieder gestiegen sein sollen, was die Versorgungslage entspannen würde.

 

Trader an den Börsen warten allerdings noch auf die offiziellen Bestandszahlen, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Sollte sich allerdings die Vermutung bewahrheiten, dass die US Rohölbestände gestiegen sind, dann könnte dies die Preise in der zweiten Wochehälfte unter Druck setzen.

 

Ausblick

An den Ölbörsen haben sich die Preise von den gestrigen Tagestiefs wieder erholt. Dennoch bleiben die Preise noch unterhalb der gestrigen Niveaus und mit der aktuellen Bestandsentwicklug könnte der ein oder andere am Markt schon einmal auf fallende Preise spekulieren. Nach dem relativ ruhigen Wochenauftakt könnten es in dieser Woche durchaus größere Preisschwankungen geben. Heute Morgen zeichnen sich zunächst aber erst einmal kleinere Preisnachlässe von etwa -0,25 Euro pro 100 Liter ab. Im Vergleich zu den Preisen der letzten 14 Tage ist das aktuelle Niveau mit Preisvorteilen von etwa 1,90 Euro pro 100 Liter aber auch bereits relativ günstig. Bei einer Bestellung von 3.000 Liter ist der heutige Preis bereits etwa 57 Euro günstiger.

Quelle: Futures Services