Zum Donnerstag keine großen Preisanpassungen

Die Ölbörsen zeigten gestern keine klare Richtung und schwankten zwischen Kursgewinnen und Verlusten. In den USA wurden zwar die aktuellen Bestandsdaten veröffentlicht, diese boten allerdings keine wirklichen Argumente. Sorgen kommen unterdessen vor allem wegen Trumps Exportzöllen auf. Einige Analysten sehen die Preise in den kommenden Wochen und Monaten mit einer nachgebenden Tendenz was aber vor allem an der US Ölproduktion liegen dürfte.

 

US Rohölbestände sind gestiegen

Die wöchentlich vom US Energiministerium veröffentlichten Bestandsdaten zeigen, dass die Rohölvorräte in der letzten Woche zugenommen haben. Allerdings sind die Zahlen wenig überraschend, da man diese Veränderungen im Vorfeld bereits weitestgehend antizipiert hatte.

Zusammen mit den Beständen wurde auch die eine Schätzung zur aktuellen US Ölförderung veröffentlicht. Für die wöchentlichen Daten erreichte diese mit knapp 10,37 Mio. Barrel (159 Liter) pro Tag ein neues Rekordniveau.

 

Analysten sehen Abwärtspotenziale

Vor allem wegen der US Ölproduktion sehen einige Marktteilnehmer mittlerweile Potenzial für sinkende Preise in den kommenden Wochen. Die International Energy Agency (IEA) sowie die Energy Information Administration (EIA) haben ihre Erwartungen bezüglich der US Ölförderung in dieser Woche nach oben korrigiert. Ab kommenden Monat könnte der Markt daher wieder überversorgt sein, weshalb die EIA mit einem Preisrückgang bei Brent auf durchschnittlich 60 Dollar rechnet. Aktuell wird die europäische Referenzsorte noch bei etwa 64,39 Dollar gehandelt.

 

Vor allem Trumps Protektionismus könnte die Marktlage allerdings noch durcheinander wirbeln. Kommen heute die von Trump angekündigten Strafzölle auf Aluminium und Stahl könnte sich ein Handelskrieg ergeben, der sich negativ auf Wirtschaftswachstum auswirken würde. Die Ölnachfrage ist eng mit dem Wirtschaftswachstum verknüpft, sodass diese eventuell enttäuschen würde. Mehr Öl aus den USA und weniger Nachfrage würde zwangsläufig niedrigere Preise bedeuten.

 

Der Vorstandsvorsitzende der ExxonMobil sieht sogar Potenzial bis in den 40 Dollar bereich. Eine derart drastische Abwärtsbewegung ergäbe sich aber vermutlich nur, wenn die OPEC ihre Produktionskürzungen beendet, mit denen das Kartell das Ölangebot seit Anfang 2017 künstlich verknappt.

 

Ausblick

Mit dem erwarteten Trump Auftritt und den möglichen Implikationen für den globalen Ölmarkt könnte es heute durchaus größere Preisschwankungen geben. Preislich deuten sich bislang jedoch – wenn überhaupt – nur kleinere Preisveränderungen zu gestern an. Langfristig könnten die Ölpreise etwas sinken. Behält die EIA mit ihrer Prognose Recht, so ist das Potenzial auf den Heizölpreis umgerechnet etwa 2,70 Euro pro 100 Liter.

Quelle: Futures Services