BlackRock: Keine Energiewende ohne sinkende Kosten bei den Erneuerbaren

Beim neuen Format „Berlin Global Dialogue“ kamen Ende letzter Woche rund 500 Führungspersönlichkeiten, Regierungschefs, Entscheider aus Politik und Wirtschaft, aber auch Studenten für zwei Tage in der Bundeshauptstadt zusammen. Gegenstand der Diskussionen war „eine Welt im Wandel, hin zu einer neuen ökonomischen Ordnung“, zu einer „Wirtschaft mit niedrigen CO2-Emissionen und zu einer gerechten Gesellschaft“. Auf der illustren Gästeliste waren unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz sowie Wirtschaftsminister Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner zu finden.

BlackRock fordert nachhaltige Unternehmensstrategien
Mit besonderer Spannung aber waren die Augen auf Larry Fink, den Vorstandschef und Chairman des Finanzriesen Blackrock gerichtet. Der weltgrößte Vermögensverwalter bewegt täglich nicht nur Milliardensummen seiner Investoren, sondern mischt sich auch aktiv in die Unternehmensführung der globalen Branchenführer ein. Ende letzten Jahres hatte BlackRock Unternehmen dazu aufgefordert, Investitionen unter Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekten zu tätigen.

Mehrheit der Investoren will stärker in CO₂-arme Wirtschaft investieren
„Es wird keine Energiewende geben, wenn wir nicht neue Technologien finden, die die Kosten für erneuerbare Energien senken, gab Larry Fink am Freitag im Rahmen des Forums zu Bedenken. Er fügte hinzu, dass eine von BlackRock durchgeführte Umfrage gezeigt habe, dass 57 Prozent ihrer globalen Investoren planen, mehr Geld in Technologien zur Dekarbonisierung zu investieren.

„Wir müssen das Finanzwesen neu denken“, sagte Fink. Damit Kapitalgeber Wege finden könnten, den Schwellenländern Milliarden und sogar Billionen zukommen zu lassen, um ihnen bei der Dekarbonisierung zu helfen.

Europas Energieprobleme belasten Schwellenländer
In dem Punkt, dass es für Schwellenländer äußerst herausfordernd sein kann, mit einer unsicheren Energieversorgung umzugehen, scheinen andere Finanzunternehmen zuzustimmen. Ende 2022, während der weltweit steigenden Rohstoffpreise, führten Europas Probleme mit der Energiesicherheit zu einer Beinahe-Energiekrise in den Schwellenländern, so Saul Kavonic, Energieanalyst der Credit Suisse.

Schwellenländer: Jetziges Leben wichtiger als die Zukunft
„Wir haben gesehen, was angesichts der hohen Energiepreisen vor nur zwei Jahren in Deutschland und in Europa passiert ist.“ Fink argumentierte, dass auch die Schwellenländer bei steigenden Energiepreisen mehr Kohle verbrauchen würden, weil „das jetzige Leben wichtiger ist als die Zukunft“.

Kohle als Energieträger bleibt Mittel der Wahl
Während europäische und andere Länder in der Lage sein mögen, einen Aufpreis für Energie zu zahlen, können Schwellenländer dies nicht. Einige von ihnen leiden bereits jetzt regelmäßig unter Stromausfällen, weil sie sich nicht einmal die heutigen Energiepreise leisten können. Und wenn sie sich irgendeine Form von Energie leisten können, dann ist es die kostengünstigste, wie z. B. Kohle, trotz aller grünen Ambitionen, die sie vielleicht haben.

Hohe Energiepreise bleiben uns auch zum Wochenauftakt erhalten. Obwohl die Preise für die US-Sorte WTI und die das Atlantiköl Brent am Freitag nachgaben, kletterten die Notierungen für Gasöl, dem Vorprodukt für Diesel und Heizöl, wieder über die Marke von 1.000 US-Dollar je Tonne. Hier wirkte sich das russische Exportverbot für Diesel aus. Es wird nun damit gerechnet, dass im Oktober nahezu kein Dieselkraftstoff aus Russland an die Märkte kommen wird. Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet müssen im Schnitt etwa +0,05 bis +0,65 Euro pro 100 Liter mehr bezahlen als noch zu Wochenschluss.