Coronavirus-Effekt lässt Preisprognose einbrechen – Langzeittiefs halten an

Das Coronavirus hat am Ölmarkt Eindruck hinterlassen: die „Energy Information Administration“ (EIA) der USA hat in ihrem vergangenen Monatsbericht eine sehr deutliche Korrektur ihrer Ölpreisprognose vorgenommen. Diese Korrektur beschränkt sich zwar erst einmal nur auf das erste und zweite Quartal diesen Jahres, dennoch ist sie deshalb nicht weniger deutlich. Wie in der Grafik zu sehen ist der „Coronavirus-Effekt“ enorm. Die blaue Linie zeigt die Preisprognose von Januar, die gelbe die aktuelle Prognose von Februar.

 

Deutliche Korrektur der Preisprognose

Die chinesische Ölnachfrage liegt nach aktuellen Schätzungen deutlich unter dem üblichen Niveau. Kein Wunder – sind auch nach wie vor einige Flughäfen des Landes geschlossen. Wie stark das Coronavirus die Nachfrage nach Rohöl tatsächlich gedrosselt hat, ist nicht genau zu sagen, Experten vermuten allerdings Rückgänge von aktuell bis zu 3 Millionen Barrel (á 159 Liter) pro Tag. Sobald die Flughäfen wieder freigegeben werden und Unternehmen wieder produzieren, wird sich dieses Nachfragetief auch wieder erholen und normalisieren. Bis es dazu kommt wird aber noch ein wenig Zeit vergehen.

 

Auf das gesamte Jahr gesehen, geht die EIA von einer schwächer wachsenden chinesischen Ölnachfrage aus – sie wird schätzungsweise um nur etwa 0,15 Millionen Barrel (á 159 Liter) pro Tag wachsen. Dass sich dies auf die Ölpreise auswirkt, ist klar. Daher hat die Organisation die Preisprognose für die kommenden Monate deutlich nach unten korrigiert. Das derzeitige Langzeittief der Rohölpreise sprich für sich: in absehbarer Zukunft – mit wieder einsetzender Normalität in China – werden die Preise wieder ansteigen. Wie auch die EIA-Prognose zeigt hat sich an der Langzeitvoraussicht nichts verändert. Demnach kann man aktuell von einem guten Kaufmoment ausgehen.

 

Coronavirus-Effekt nicht zu missachten

Wie lange der Coronavirus-Effekt noch anhält bleibt natürlich abzuwarten und ist nicht genau abzuschätzen. Derzeit gehen wir von einem Preisanstieg im zweiten Quartal aus. Natürlich hängt alles am weiteren Verlauf der Epidemie in China. Nachdem nun eine neue Zählweise zu Grunde liegt, sind die Zahlen der Infizierten und Toten über Nacht nach oben geschnellt. Es bleibt nun also wieder ungewiss in weit sich die neuen Zahlen entwickeln.

Quelle: Futures Services