Energiekrise: Knappe Lagerbestände und steigende Nachfrage

Nach der Corona-Krise kommt nun die Energiekrise. Nach wie vor ist das weltweite Angebot an Energieträgern wie Gas, Kohle und Öl knapp und auch in Deutschland müssen Verbraucher schon jetzt tief in die Tasche greifen. Ein Ende des Preisanstieges ist nicht in Sicht, zumal die Ölvorräte des größten Ölverbrauchers der Welt immer weiter sinken.

 

Energiekrise: Deshalb steigen die Preise
Ausgelöst wurde die Energiekrise durch ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Mit dem Abklingen der Corona-Pandemie und dem Ende der meisten Lockdown-Maßnahmen ist die Wirtschaft in den meisten Industrienationen wieder angesprungen und somit auch die Nachfrage gestiegen. Da jedoch die Produktion während Corona nur auf Sparflamme lief, sind die weltweiten Lagerbestände so niedrig wie lange nicht mehr.

 

US-Lagerbestände auf Mehrjahrestief
Dieses Problem könnte in den USA bald noch brenzliger werden. Das US-Energieministerium meldet jede Woche die aktuellen Bestandsmengen an Rohöl und Ölprodukten im Land. Und dabei hat sich gezeigt, dass die Bestände im größten Zentrallager der USA mit einer Kapazität von etwa 9,5 Milliarden Liter so niedrig sind wie seit drei Jahren nicht mehr. Experten warnen davor, dass die Vorräte bald ein kritisches Niedrigniveau erreichen könnten.

 

Ölbörsen orientieren sich am weltgrößten Ölverbraucher
Für die Ölpreise ist die Entwicklung in den USA durchaus relevant, denn nach wie vor ist Amerika das Land mit dem größten Öldurst der Welt. Wenn dann die Vorräte im eigenen Land auszugehen drohen, steigen die Preise an der New Yorker Börse, aber auch überall sonst, denn die amerikanische Nachfrage muss dann vom im Rest der Welt gestillt werden.

 

Entsprechend aufmerksam warten die Marktteilnehmer heute auf den neuen Wochenbericht zu den US-Ölbeständen, der am Nachmittag um 16:30 Uhr erwartet wird. Sollten die Lagerbestände erneut gesunken sein, dürfte das den Rohölbörsen weiteren Auftrieb geben und die Ölpreise weiter in die Höhe klettern lassen.