Rohölbestände in den USA bauen ab

Seit mehreren Wochen haben sich die Meldungen überschlagen. Die Lagerbestände der amerikanischen Rohölreserve haben sich kontinuierlich und mit großen Schritten in Richtung Kapazitätsgrenze bewegt. Doch nun ist wieder ein wenig Entspannung in Sicht. Das amerikanische Energieministerium (DOE) hat in Rohöl bedeutende abbauten vermeldet. Bei den Mitteldestillaten (Heizöl und Diesel) sowie Benzin sind die Vorräte allerdings gestiegen – sogar stärker als erwartet.

 

Rohölbestände mit Abbauten

Früheren Prognosen zufolge hätte das amerikanische Zentrallager in Cushing, Oklahoma bei gleichbleibenden Bestandszunahmen seine Kapazitätsgrenze Anfang-Mitte Mai erreicht. Doch die Kombination aus reduzierter Förderung von Rohöl und der Lockerung von Wirtschaftsbeschränkungen zeigt Wirkung.

 

Analysten erwarteten einen leichten Aufbau der Bestände. Doch es wurden tatsächlich knapp 5 Millionen Barrel Rohöl (1 Barrel = 159 Liter) aus den Speichern gezogen. Vor allem die stärkere Aktivität der Raffinerien, das das Öl verarbeiten und zu Produkte bzw. Treibstoffe umwandeln, hat hier einen starken Beitrag geleistet.

 

Heizöl, Diesel und Benzin mit stärkeren Aufbauten

Die Meldung, dass die Lagerbestände für Mitteldestillate (Heizöl, Diesel) und Benzin sogar stärker als erwartet zugenommen haben, dürfte die Stimmung an den Börsen aber letztlich dämpfen. Denn dazu gesellt sich auch noch ein unerwarteter Rückgang bei der Benzinnachfrage. Dies lässt leise Zweifel aufkeimen, ob die Erholung der Wirtschaft und Ölnachfrage tatsächlich so schnell von Statten geht, wie zuvor erhofft.

Allgemein herrscht vorsichtiger Optimismus an den Ölbörsen. Unvorhesehbare Neuausbrüche von Coronainfektionen könnten den Fortschritt der letzten Wochen jedoch genau so schnell wieder zu Nichte machen, wie er entstanden ist.

 

Ausblick

Nachdem die Ölpreise von den Ereignissen am Mittwoch zunächst unbeeindruckt und am gestrigen Feiertag relativ fest blieben, geben Märkte kurz vor dem Wochenende nun deutlich nach. Das dürfte sich auch auf die Inlandspreise auswirken, sodass erste Indikatoren auf Preisvorteile von -0,70 bis -0,90 Euro/100l (inkl. MwSt.) hindeuten.

Quelle: Futures Services