USA und Deutschland: Mehrheit will kein E-Auto kaufen – Heizölpreise am Montag günstiger

Die Liebe der Amerikaner zu ihren Autos wurde in diesem Jahr auf eine harte Probe gestellt. Nie zuvor während der Sommerferien mussten die US-Bürger an der Tankstelle mehr für Sprit bezahlen. Dennoch würde sich eine Mehrheit der Amerikaner bei ihrem nächsten Autokauf nicht für ein Elektrofahrzeug entscheiden, wie eine aktuelle Umfrage von Yahoo Finance zeigt.

US-Amerikaner bleiben E-Autos gegenüber skeptisch
Trotz des Vorstoßes der Biden-Administration, die Einführung von Elektroautos zu beschleunigen, bleiben die meisten Amerikaner skeptisch, was die Vorteile des Besitzes eines Elektrofahrzeugs angeht, so die Umfrage. Demnach sind die Kosten, die Reichweite und die Verfügbarkeit von Ladestationen und -infrastrukturen die wichtigsten Faktoren, die die Entscheidung der US-Verbraucher beeinflussen, ob sie ein Elektroauto als ihr nächstes Fahrzeug kaufen sollen.

Nur 7 Prozent planen mit „großer Wahrscheinlichkeit“ ein Elektrofahrzeug zu kaufen
Laut der Umfrage gaben 57 Prozent der Befragten rund 1.000 US-Bürger an, dass sie beim Kauf ihres nächsten Neuwagens „überhaupt nicht wahrscheinlich“ oder „nicht sehr wahrscheinlich“ ein Elektrofahrzeug kaufen würden. Nur 31 Prozent der Befragten würden wahrscheinlich ein Elektrofahrzeug kaufen, wobei die Antwort „etwas wahrscheinlich“ mit 17 Prozent am häufigsten genannt wurde. Nur 7 Prozent gaben an, dass sie mit „großer Wahrscheinlichkeit“ ein Elektrofahrzeug als nächstes Auto kaufen würden.

Sorge von fehlenden Ladestationen
Die größte Sorge derjenigen, die angaben, kein Elektroauto kaufen zu wollen, ist mit 77 Prozent das Fehlen von Ladestationen oder Heimladestationen, gefolgt von der Reichweite mit 73 Prozent der Befragten und den Kosten, die für 70 Prozent der Amerikaner ein Grund zur Sorge sind.

In den Vereinigten Staaten gibt es durchschnittlich 104 Zapfsäulen pro 1.000 Straßenkilometer, verglichen mit nur 22 Ladestationen für E-Fahrzeuge für dieselbe Strecke, wie eine Studie der Smart Fuel Card Management Plattform Coast Anfang des Jahres ergab. Da die Verkäufe von E-Fahrzeugen steigen und die Biden-Regierung die Elektrifizierung des Verkehrs vorantreibt, ist die Anzahl der E-Fahrzeug-Ladepunkte derzeit nicht ausreichend. Zudem ist die Dichte der Ladestationen ist in einigen Bundesstaaten viel geringer als in anderen, so die Studie.

Nur jeder dritte Deutsche will ein E-Auto kaufen
Obwohl das flächenmäßig eher kleine Deutschland für den Durchbruch der E-Mobilität wesentlich geeigneter erscheint als das viertgrößte Flächenland der Welt, fällt eine im August veröffentlichte Umfrage der ADAC Autoversicherung ähnlich aus. In der repräsentativen Erhebung wurden Autofahrer befragt, wie wahrscheinlich es ist, dass ihr nächstes Auto ein Elektroauto werden wird. 24 Prozent der Autofahrer halten es für wahrscheinlich, weitere neun Prozent für sehr wahrscheinlich, dass sie sich für ein E-Auto entscheiden.

Klimaschutz als wichtigstes Kaufargument
Die Befragung zeigt auch: Das mit Abstand wichtigste Argument für Elektroautos ist der Klimaschutz. Auf die Frage, was aus ihrer Sicht für den Kauf eines E-Autos spricht, sagen zwei Drittel (65 Prozent) der potenziellen Umsteiger, dass Elektroautos einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Jeder Zweite (51 Prozent) sieht in den steigenden Preisen für Benzin und Diesel einen Grund künftig E-Auto zu fahren. 41 Prozent nennen die finanzielle Förderung durch den Staat als Pluspunkt.

E-Auto-Planer wünschen sich 440 Kilometer Reichweite
Die ADAC Autoversicherung wollte auch wissen, was Autofahrern bei einem Elektroauto besonders wichtig wäre. An erster Stelle steht eine hohe Reichweite des Fahrzeugs. Für 68 Prozent aller Autofahrer ist sie wichtig. Die Wunschreichweite derjenigen Befragten, die ein Elektroauto anschaffen wollen, beträgt im Schnitt 440 Kilometer mit voller Batterieladung. 60 Prozent aller Befragten legen auf einen günstigen Kaufpreis besonderen Wert.

Schneller Ladevorgang besonders wichtig
Noch vor wenigen Jahren hatten Elektroautos vor allem den Ruf, Stadtmobile zu sein, denen Langstreckenqualitäten fehlen. Inzwischen aber ist das Angebot an reichweitenstarken Fahrzeugen stark gewachsen, Schnellladesäulen an den Autobahnen verkürzen die Ladezeiten. Zudem sollte der Umfrage zufolge ein E-Auto schnellladefähig sein. Für 57 Prozent der Autofahrer ein schneller Ladevorgang bei längeren Strecken, die zurückzulegen sind, besonders wichtig.

Übrigens: Laut einer im September veröffentlichten YouGov-Umfrage bereuen 53 Prozent der Deutschen den Kauf oder das Leasing ihres Elektroautos. Verantwortlich dafür sind die unterschätzten laufenden Kosten, darunter vor allem die gestiegenen Strompreise. Diejenigen, die einen Kauf in Erwägung ziehen, sind ebenso besorgt: Ein Viertel der Befragten gab an, aufgrund der Unsicherheiten über die zukünftigen Energiepreise zurzeit kein elektrisches Auto besitzen oder leasen zu wollen.

Verbrenner ab 2035 in der EU verboten
Trotz aller Skepsis steht das Aus der Verbrenner-Modelle bei den Autoherstellern längst fest. Denn ab dem Jahr 2035 wird es in der EU nicht mehr möglich sein, Verbrenner-Fahrzeuge neu zuzulassen. Die Mehrheit der Abgeordneten des EU-Parlaments stimmte am 8. Juni vergangenen Jahres dafür, dass Hersteller dann nur noch Fahrzeuge ohne CO2-Ausstoß auf den Markt bringen dürfen.

Inlandspreise zum Wochenstart etwas günstiger 
Bei den Inlandspreisen für Heizöl und Diesel machen sich heute vor allem die sinkenden Preise an den internationalen Börsen bemerkbar, die mit ersten kleinen Diplomatieerfolgen in Nahost nachgaben. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich deshalb heute über Preisnachlässe von -0,40 bis -1,00 Euro pro 100 Liter Heizöl freuen.